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Grundstücksnutzung

Die Hin­ter­hö­fe in der Metz­ger­gas­se aber auch des Haß­fur­ter-Grund­stü­ckes wa­ren im Mit­tel­al­ter bis weit in die Neu­zeit hin­ein frei von Be­bau­ung, bis schlie­ß­lich auf bei­den Plät­zen Braue­rei­an­la­gen er­rich­tet wur­den. Wäh­rend das Haß­fur­ter-Grund­stück mehr oder we­ni­ger als Gar­ten ge­dient ha­ben dürf­te, der im Lau­fe der Jahr­hun­der­te ste­tig an­wuchs, was ei­ne na­he­zu ho­mo­ge­ne schwar­ze Kul­tur­schicht zur Fol­ge hat­te, gab es auf dem Ses­sels­ber­ger Grund­stück mehr Be­we­gung. Hier zeich­ne­ten sich auch Brand­schich­ten, Pla­nier- und Auf­füll­schich­ten so­wie rei­ne Sand­schich­ten deut­lich ab. Nur auf dem Ost­teil des Ses­sels­ber­ger-Grund­stü­ckes fand sich ein Ge­bäu­de, das schlie­ß­lich als ehe­ma­li­ges Amts­haus, als Deg­gen­dor­fer Ge­fäng­nis in­ter­pre­tiert wer­den konn­te. Das Amts­haus, so wie es sich ar­chäo­lo­gisch dar­bot, hat­te ei­ne be­weg­te Ge­schich­te, die durch Mau­er­ver­bin­dun­gen und Mau­er­fu­gen ei­ni­ger­ma­ßen nach­voll­zo­gen wer­den kann. Dem­nach wur­de ein et­wa um 1400 ent­stan­de­nes Ge­bäu­de, das kaum ei­ne In­nen­glie­de­rung auf­wies im Lau­fe der Zeit an­ge­baut, wei­ter un­ter­glie­dert, bis es schlie­ß­lich ge­gen En­de sei­ner Be­ste­hungs­zeit im 17. Jahr­hun­dert in ein­zel­ne Zel­len un­ter­teilt war. Die­se Un­ter­tei­lung in ein­zel­ne Zel­len, bzw. ih­re Ver­viel­fa­chung ist auf den An­stieg der Be­völ­ke­rungs­zahl und auf Än­de­run­gen im Straf­recht, weg von der Geld- und Kör­per­stra­fe, hin zur Haft­stra­fe, zu­rück­zu­füh­ren.

Ein völ­lig an­de­rer und für die Stadt­ge­schich­te sehr in­ter­es­san­ter Be­fund konn­te auf dem Grund­stück La­tein­schul­gas­se 11, das an­schei­nend im­mer schon zum heu­ti­gen Gast­haus Höltl ge­hör­te, auf­ge­deckt wer­den. Hier stand, zu­min­dest seit der frü­hen Neu­zeit, wahr­schein­lich aber schon zu mit­tel­al­ter­li­chen Zei­ten ein Stall­ge­bäu­de. Er­hal­ten hat­te sich hier dank des ex­trem ho­hen Grund­was­ser­spie­gel ein ziem­lich in­tak­ter, auf Bal­ken lie­gen­der Bret­ter­bo­den, auf dem wohl ur­sprüng­lich die Tie­re stan­den, par­al­lel da­zu lie­gen­de Bal­ken, Pfos­ten so­wie in den Bo­den ge­setz­te Bret­ter­schäch­te und Fäs­ser, die wohl als Trän­ken zu ver­ste­hen sind. Die letz­te Si­cher­heit, dass es sich um ein land­wirt­schaft­li­ches Ge­bäu­de han­delt, ga­ben schlie­ß­lich Ver­gleichs­fund aus an­de­ren Städ­ten, wo­bei die Deu­tung als Stall in Lü­beck auch na­tur­wis­sen­schaft­lich be­legt wer­den konn­te. Die den­d­ro­chro­no­lo­gi­sche Un­ter­su­chung da­tiert zu­min­dest die Holz­tei­le des Deg­gen­dor­fer Stal­les in die Mit­te des 16. Jahr­hun­derts.

Mit die­sem Be­fund wird aus der Stadt der Bür­ger und Hand­wer­ker plötz­lich auch ei­ne Stadt der Land­wir­te und Tier­be­sit­zer. Noch da­zu war dies nicht der ein­zi­ge Be­fun­de, er wie­der­hol­te sich bei der nur ein­wö­chi­gen Aus­gra­bung in der Veil­chen­gas­se 3, da­mit schon ganz na­he am Stadt­platz. Die Stadt des Mit­tel­al­ters und der frü­hen Neu­zeit war al­so nicht nur bür­ger­lich-hand­werk­lich aus­ge­rich­tet, son­dern es fand ei­ne Sym­bio­se mit der Land­wirt­schaft statt, so dass man in ge­wis­ser Wei­se auch aut­ark war.

Die­ser Be­fund fin­det sei­ne Be­stä­ti­gung auch in den Quel­len der frü­hen Neu­zeit. In den seit 1681 über­lie­fer­ten Nach­lassin­ven­ta­ren fin­det sich kaum ein Haus­ei­gen­tü­mer, in des­sen Be­sitz nicht auch Haus­tie­re ge­we­sen wä­ren. Pfer­de, Kü­he, Scha­fe, Hüh­ner, auch „in­dia­ni­sche Hen­nen“ wa­ren in der Stadt an der Ta­ges­ord­nung. Sie wa­ren in Stäl­len un­ter­ge­bracht, die Hüh­ner be­fan­den sich meist in der Wohn­stu­be. Da­ne­ben gab es aber auch Bür­ger, die we­sent­lich mehr Tie­re be­sa­ßen. Die­se be­fan­den sich dann aber nicht mehr in der Stadt, viel­mehr stan­den sie bei ver­schie­de­nen Bau­ern in der en­ge­ren und wei­te­ren Um­ge­bung Deg­gen­dorfs.

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