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Wasserversorgung

Archäologisch gesehen geschah die Wasserversorgung in Deggendorf alleine über Brunnen, Wasserleitungen dagegen - die urkundlich einige Male erwähnt sind, konnten bisher nicht nachgewiesen werden. Brunnen wurden im Laufe der Ausgrabungen immer wieder gefunden, doch ihre Freilegung ist immer mit Schwierigkeiten verbunden. Im wesentlich handelt es sich bei den Deggendorfer Brunnen um drei Typen, wobei sich die beiden ersten nur in ihrem Unterbau unterscheiden. Sie sind aus trockengemauerten Bruchsteinen errichtet mit einem Durchmesser von ca. 1-1,2 m. Bei den einen befand sich unter den Bruchsteinen ein regelrechtes Holzfass (Altstadtviertel, Rosengasse), bei den anderen war die untersten Bruchsteinschicht auf eine im Quadrat ausgelegte Balkenlage aufgelegt (Sesselsberger-Grundstück, Haßfurter-Grundstück).

Ein anderes System zeigt der wohl öffentliche Brunnen am Oberen Stadtplatz, etwa auf der Höhe des heutigen Verkehrsamtes. Hier fand sich der wohl ebenfalls aus Bruchsteinen gemauerte und auf Balken aufgesetzte Brunnen in einem mit Sand gefüllten Quadrat von etwa 4 auf 4 m, das nach außen, zum gewachsenen Boden hin durch eine Bretterverschalung abgeschlossen war. Damit lag wohl am ehesten eine Mischung aus Sodbrunnen und Zisterne vor, denn durch den Sand konnte auch Regenwasser in den Grund eindringen und sich schließlich im Brunnenschacht ansammeln.

Trotz aller Schwierigkeiten bei der Ausgrabung, die natürlich sofort auftreten, wenn wieder Wasser in den Brunnenschacht eintritt, sind Brunnen vom Fundanteil her besonders ergiebig. Während der Brunnen vom Sesselsberger-Grundstück nur auf seiner Sohle Funde barg, ansonsten aber mit Sand aufgefüllt war, wurde der Brunnen auf dem Haßfurter-Grundstück anscheinend als Abfallgrube genutzt. An die 50 komplett restaurierte Gefäße stammen aus seiner Einfüllung. Gleichzeitig finden sich im Brunnen immer wieder Pflanzenreste, die Aufschluss über Landwirtschaft und Ernährung geben können. Im Falle des Haßfurter-Brunnens war dies so extrem, dass Abertausende von Kirschkernen auf dem Wasser schwammen und immer wieder die zum Absaugen benutzte Pumpe verstopften.