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Erinnern für die Zukunft
Holocaustgedenktag am Samstag, 27.01.2024
Text von Stadt Deggendorf|Foto von Stadt Deggendorf|Stand: 23.01.2024 07:47 Uhr|Lesedauer: 2 Minuten
Zur Erinnerung an die Opfer des Holocaust wurden 2012 in Deggendorf acht Stolpersteine verlegt. Eine Broschüre über die Schicksale der jüdischen Familien in Deggendorf während des NS-Regimes ist bei der VHS erschienen und dort erhältlich.

Im November 2005 erklärte die Generalversammlung der Vereinten Nationen den 27.01.2024 zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“. In Deutschland wurde bereits 1996 vom damaligen Bundespräsidenten Roman Herzog der „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ ins Leben gerufen. Der Tag erinnert an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Ausschwitz, alleine dort wurden mehr als eine Million Menschen ermordet. Aus diesem Anlass finden in Deggendorf drei Veranstaltungen zum Gedenken an alle Opfer des menschenverachtenden Nazi-Regimes statt.

Zur Erinnerung an die ermordeten Deggendorfer Jüdinnen und Juden sind alle Bürgerinnen und Bürger am 27.01.2024 um 16:30 Uhr zu einer Gedenkveranstaltung mit Treffpunkt am Oberen Stadtplatz herzlich eingeladen. Nach einem Grußwort von OB Dr. Christian Moser führt ein Rundgang zu den Stolpersteinen. Prof. Dr. Lutz-Dieter Behrendt berichtet über die Schicksale der jüdischen Familien, die dort gelebt haben. Texte und Musik von Maja Schmatz und Christian Knödl bilden den Abschluss in der Grabkirche. Initiator der Veranstaltung ist der Begleitausschuss „Demokratie leben in Deggendorf“, dem sich folgende Einrichtungen als Mitveranstalter angeschlossen haben: Pfarreien Mariä Himmelfahrt und St. Martin, Evangelische Kirche, VHS, Kreisjugendring, Caritas, KEB, VdK, Suchtprävention e.V. und das International Office der THD. Die Veranstalter freuen sich über zahlreiche Beteiligung, um neben dem Erinnern auch ein Zeichen in der Öffentlichkeit gegen den aktuell wachsenden Antisemitismus in unserer Gesellschaft zu setzen.

Ebenfalls im Rahmen des Gedenktages zeigt die VHS Deggendorf am 28.01.2024 um 17:30 Uhr den Film „Nebel im August“ im Lichtspielhaus. Der Film erzählt die wahre Geschichte des Ernst Lossa und basiert auf dem gleichnamigen Jugendroman von Robert Domes. Im Mittelpunkt steht das Schicksal eines Jungen, der als rebellischer Sohn fahrender Händler in den 1940er-Jahren als nicht erziehbar eingestuft und 1944 nach einer Odyssee durch verschiedene Erziehungsheime und Heilanstalten Opfer der NS-Euthanasie wird. Der Film wurde unter anderem mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Zu einem Konzert im Zeichen des Gedenkens lädt der Kulturverein unter dem Titel „Variationen des Erinnerns“ am 24.01.2024 um 19:30 Uhr in die Stadthalle ein. Gemeinsam mit der Autorin Stella Leder verknüpft das Jewish Chamber Orchestra München an diesem Abend die Befragung deutscher Erinnerungskultur mit einem konkreten Schicksal. Im Mittelpunkt steht das Werk und Leben Józef Kofflers. Weitgehend vergessen, soll seine Musik nun erneut erklingen. Infos und Tickets: www.kulturverein-deggendorf.de.

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