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Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“

Text von Stadt Deggendorf|Stand: 20.02.2020 14:51 Uhr|Lesedauer: 2 Minuten
Ausstellungseröffnung

Am Mittwoch, 19.02.2020, wurde die Ausstellung „Deutsche aus Russland. Geschichte und Gegenwart“ um 18.00 Uhr in der Stadtbibliothek Deggendorf, Rosengasse 10, 94469 Deggendorf, eröffnet.

Die Ausstellung informiert über die deutschen Spätaussiedler aus den Staaten der ehemaligen Sowjetunion und ihre Geschichte. Sie wurde von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LmDR) mit Sitz in Stuttgart konzipiert und mit Mitteln des Bundesministeriums des Innern (BMI Berlin) und des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF Nürnberg) realisiert. Eröffnet wurde die Ausstellung durch den Oberbürgermeister Dr. Christian Moser. Die musikalische Umrahmung der Veranstaltung erfolgte durch den Deggendorfer Chor Praeludium des Interkulturellen Vereins Mostik (Brücke) unter der Leitung von Rosa Stoller.

Es besteht die Möglichkeit, auf einer Großleinwand Kurzfilme über die Geschichte und Integration der Deutschen aus Russland zu sehen. Projektleiter Jakob Fischer führte durch die Ausstellung und informierte mit interessanten Dokumentationen über die Geschichte der Russlanddeutschen, von glücklichem Ankommen, von neuen Wurzeln, neuer Heimat und verständnisvollem Miteinander.

Viele Deutsche folgen dem Ruf der Zarin
Ausgelöst worden war die große Welle der Auswanderung von Deutschen nach Russland am 22.07.1763 durch ein Manifest der deutschstämmigen Zarin Katharina der Großen. Die eingewanderten Deutschen sollten mehrheitlich den Beruf eines Ackerbauers ausüben und die endlosen Steppen der Kirgisen und Tataren für den Weizenanbau nutzen. Die Mehrheit kam aus Deutschland, wo nach dem Siebenjährigen Krieg (1756-1763) große Not und Armut herrschte.

Katharina II. versprach den deutschen Einwanderern Privilegien, wie eine eigenständige deutsche Verwaltung, Glaubensfreiheit, Befreiung vom Wehrdienst, Steuerbefreiung und bis zu 30 Hektar Land für jede Familie. So entstanden in der Zeit von 1764 bis 1862 viele deutsche Siedlungen an der Wolga, im Raum St. Petersburg, in der Ukraine, in Wolhynien, auf der Krim, im Kaukasus, im Baltikum und in Bessarabien (heute: Moldawien und Ukraine).

Die Folgen von zwei blutigen Weltkriegen und die daraus resultierenden Konflikte mit Deutschland trafen die Nachfahren der deutschen Auswanderer in der späteren Sowjetunion hart. Es kam zu Pogromen und Deportationen, Enteignungen, Repressalien und zum Verbot der deutschen Sprache.

Die Russlanddeutschen stehen für Integration
So ist es kein Wunder, dass in der Folge viele Deutsche die Russische Föderation sowie die Nachfolgestaaten der ehemaligen UdSSR verlassen haben und ins Land ihrer Ahnen zurückgekehrt sind. Die Mehrheit der Russlanddeutschen ist inzwischen gut integriert und steht für ein Beispiel der gelungenen Wiedereingliederung in Deutschland.

Durch die gezeigten Informationen soll die Ausstellung auch zum Abbau von Vorurteilen und zur Verbesserung der Akzeptanz russlanddeutscher Spätaussiedler in der deutschen Gesellschaft beitragen. Die Ausstellung ist vom 19. Februar bis 7. März 2020 zu den üblichen Öffnungszeiten in der Stadtbibliothek, Rosengasse 10, 94469 Deggendorf zu sehen. Der Eintritt ist frei. Alle interessierten Bürgerinnen und Bürger sowie Schulklassen und Gruppen sind herzlich eingeladen.

Für Rückfragen und Anmeldung für Führungen durch die Ausstellung: Jakob Fischer, Tel. 0171: 40 34 329,
Email: J.Fischer@LmDR.dewww.deutscheausrussland.dewww.lmdr.deFacebook: https://de-de.facebook.com//lmdr.ev

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