Mundart by Harald Grill

Eine lockere Folge von Frühlingsgedichten, auch Gedichten über sein Dorf und die Menschen, die dort leben. Dazwischen kleine Episoden zur Entstehung der Texte, philosophische Gedankensplitter, sowie Erläuterungen seines Verständnisses von Heimat: „Bayern ist zu groß als Heimat, auch die Oberpfalz und Niederbayern, selbst noch das Dorf. Heimat ist dort, wo man geborgen ist, bei Menschen, die man mag und vor denen man keine Angst haben muss. Daraus folgt: „Liebesgedichte sind Heimatgedichte“. Die Aufzeichnung dieser Lesung von Harald Grill wird ab Freitag den 14.05.2021 auf der stadteigenen Internetseite veröffentlicht.

Harald Grill ist in der Hengersberger Bahnhofstraße zur Welt gekommen. Die bairische Mundart allerdings wurde ihm nicht in die Wiege gelegt, denn seine Mutter stammte aus dem schlesischen Breslau. Sie sprach Schriftdeutsch. Von der Großmutter lernte er den schlesischen Dialekt. Der niederbayerische Vater kam nach dem Zweiten Weltkrieg schwerverwundet heim nach Altenufer und konnte nicht mehr als Bauer arbeiten. Er begann im Telefondienst der Post in Hengersberg zu arbeiten und hatte große Probleme mit der Schriftsprache. Flüchtlinge und Amerikaner verstanden ihn einfach nicht. Deshalb vereinbarten die Eltern, dass der Harald von Anfang an lernen muss „anständig“ zu sprechen.

So sprach er bis zum 15. Lebensjahr „anständig“, dann starb der Vater und Harald Grill lernte seine spätere Frau kennen. Erst sie brachte ihm das Bairische bei. Sein Traumberuf war Schriftsteller. Im Laufe der Zeit veröffentlichte er rund 25 Bücher, Romane, Theaterstücke, Erzählungen für Kinder und Erwachsene, Gedichte und Reisebücher. Daneben entstanden viele Hörbilder und Fernsehfilme in der Reihe „Traumpfade“ für den Bayerischen Rundfunk.

Gelesen hat er in Deggendorf aus seinen drei Mundartgedichtbüchern, alle drei erschienen im Lichtung Verlag. „bairische Gedichte“; „hinüber Gedichte“; „a Glaander aus Luft“, bairische Nachdichtungen.