Kommunale Wärmeplanung
Bestands- und Potenzialanalyse abgeschlossen

Abschluss der Bestands- und Potenzialanalyse

Die Stadt Deggendorf hat mit Unterstützung der Energieagentur Regensburg und der engagierten Mitarbeit vieler Bürgerinnen und Bürger einen wichtigen Meilenstein in der Kommunalen Wärmeplanung erreicht: Die Analyse der bestehenden Wärmeversorgung sowie möglicher zukünftiger Lösungen ist abgeschlossen.

Im März 2025 startete das Projekt. Nun liefert das Projekt fundierte Erkenntnisse, wie unsere Stadt in den kommenden Jahren klimafreundlicher, unabhängiger und effizienter mit Wärme versorgt werden kann.

Was wurde analysiert?

Die Bestandsanalyse umfasst:

  • die heute genutzten Energieträger (z.B. Erdgas, Heizöl, Fernwärme, Wärmepumpen),
  • die Gebäudestrukturen in Deggendorf (Ein- und Mehrfamilienhäuser, Baualtersklassen),
  • den Energieverbrauch je nach Gebäudetyp und Baujahr,
  • sowie die technischen Potenziale für eine klimafreundliche Wärmeversorgung – z.B. durch Nahwärmenetze, Wärmepumpen, Solarthermie und Biomasse.

Ergebnisse auf einen Blick

Aktuell nutzen viele Privathaushalte und Unternehmen in der Stadt Deggendorf noch Gas und Öl für ihre Wärmeversorgung. Fossile Energieträger dominieren mit ca. 75%-Anteil noch stark. Doch: Der Anteil erneuerbarer Lösungen nimmt sichtbar zu.

Ein großer Teil der Gebäude in der Stadt Deggendorf wurde vor 1983 erbaut und ist damit älter als 40 Jahre. Die energetischen Sanierungspotenziale im Bestand sind also erheblich. Eine energetische Sanierung kann unterschiedliche Maßnahmen umfassen – von vergleichsweise einfachen Eingriffen wie dem Austausch von Fenstern oder der Dämmung des Dachbodens bis hin zu umfassenden Sanierungen wie einer vollständigen Fassadendämmung. Durch diese Optimierungen lassen sich der Energieverbrauch und die damit verbundenen Kosten nachhaltig reduzieren.

Die Analysen zeigen: Die Stadt Deggendorf hat vielfältige Optionen, um ihre Wärmeversorgung nachhaltig umzubauen. Je nach Stadtgebiet und den spezifischen Gegebenheiten vor Ort kann entweder eine Einzellösung wie etwa eine Wärmepumpe oder der Aufbau eines Wärmenetzes die geeignetere Option darstellen.

Eine ausführlichere Zusammenstellung der Ergebnisse gibt es hier. 

Wie geht es weiter?

Die kommunale Wärmeplanung geht nun in die nächste Phase:

  1. Szenarienentwicklung: Wie kann Deggendorf im Jahr 2045 klimaneutral mit Wärme versorgt werden?
  2. Maßnahmenplanung: Welche konkreten Schritte braucht es? Wo sind Nahwärmenetze sinnvoll, wo Einzelmaßnahmen?
Erneute Beteiligungsformate: In Workshops, Infoveranstaltungen und OnlineUmfragen können Sie sich weiter aktiv einbringen. Jede Rückmeldung, jedes Gespräch und jede Maßnahme zählt.

Lassen Sie uns den Wandel gemeinsam gestalten für unsere Stadt, unsere Umwelt und kommende Generationen.

Gemeinsam gestalten wir die Zukunft!


Was bedeutet „kommunale Wärmeplanung“?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Planungsinstrument für Kommunen, das die Wärmewende strukturiert, also den Umstieg auf eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung. Ziel ist es, die bisher überwiegend auf Gas und Öl basierende Versorgung schrittweise durch erneuerbare Energien zu ersetzen und unabhängiger von fossilen Rohstoffen zu werden. Die kommunale Wärmeplanung zeigt, welche Lösungen in den verschiedenen Stadtgebieten besonders geeignet sind. Dabei werden auch zeitliche, räumliche, wirtschaftliche und soziale Aspekte mitberücksichtigt.

 

Wie betrifft mich die kommunale Wärmeplanung?

Die kommunale Wärmeplanung informiert darüber, welche Wärmeversorgungsarten in den einzelnen Gebieten voraussichtlich verfügbar sein werden. Am Ende des Prozesses haben Bürgerinnen und Bürger mehr Orientierung für zukünftige Wärmeversorgungarten. Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer können so besser abschätzen, welche Investitionen in die Energieversorgung sinnvoll und wirtschaftlich sind – und wann der beste Zeitpunkt dafür ist.

Maßnahmen, die sich aus dem Planungsprozess ergeben können, können u.a. sein:

  • Erweiterung bzw. Neubau von Wärmenetzen
  • Dekarbonisierung der Wärme- und Gasnetze
  • Sanierung des Gebäudebestands
  • Nutzung von erneuerbaren Energien

 

Muss ich als Bürger oder Bürgerin den kommunalen Wärmeplan abwarten, bevor ich eine Entscheidung für mein Gebäude treffe?

Nein.

Der Eigentümer / Betreiber der Heizungsanlage ist in seiner Entscheidung frei, ob und wann er seine Heizungsanlage saniert. Der Wärmeplan macht keine Vorgaben auf die Art und Weise einer Heizungssanierung bzw. den Zeitpunkt.

Steht ein Heizungsaustausch an, ist es in den meisten Fällen sinnvoll, schon jetzt auf eine Heizung mit erneuerbaren Energien umzusteigen. Das trägt zum Klimaschutz bei und wird zudem über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – derzeit bis zu 70% – finanziell unterstützt.

Für eine erste Einschätzung der eigenen Situation und der Verpflichtungen nach dem GEG empfehlen wir den Heizungsratgeber des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK).

https://www.energiewechsel.de/KAENEF/Redaktion/DE/Dossier/geg-gesetz-fuer-erneuerbares-heizen#heizungswegweiser

Alternativ können Sie die unabhängige Energieberatung der Verbraucherzentrale nutzen. Terminanfrage und -vereinbarung unter der kostenlosen Hotline der Energieberatung unter: 0800 – 809 802 400, Mo−Do 8−18 Uhr, Fr 8−16 Uhr

Weitere Informationen: https://verbraucherzentrale-energieberatung.de/

Nach dem Gebäudeenergiegesetz besteht vor dem Einbau einer neuen Heizung mit Verbrennungstechnik eine Beratungspflicht. In dieser Beratung wird der Eigentümer u.a. auf die Auswirkungen der Wärmeplanung hingewiesen. Die Beratung muss durch fachkundige Personen durchgeführt werden.

 

Wird meine Straße an ein Wärmenetz angeschlossen und wann bekomme ich einen Hausanschluss?

Die kommunale Wärmeplanung untersucht, ob bestimmte Gebiete für ein Wärmenetz geeignet sind. Falls sich ein Gebiet als geeignet erweist, können weiterführende Analysen wie Machbarkeitsstudien folgen. Erst danach lassen sich die konkrete Umsetzung und der Zeitrahmen abschätzen.

Ob und wann Wärmenetze entstehen, kann zum derzeitigen Stand noch nicht eingeschätzt werden.

Ist die kommunale Wärmeplanung rechtlich verbindlich?

Nein.

Die kommunale Wärmeplanung ist eine strategische Planung. Laut Wärmeplanungsgesetz besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Wärmeversorgung. Selbst wenn für Ihr Gebiet ein Wärmenetz vorgeschlagen wird, bedeutet dies nicht automatisch, dass Ihr Gebäude künftig daran angeschlossen wird. Ein möglicher Anschluss- und Benutzungszwang an ein Wärmenetz kann nur durch eine entsprechende Satzung der Gemeinde erlassen werden. Ein Wärmeplan reicht dafür nicht aus.

Die kommunale Wärmeplanung bringt also keine Pflichten bezüglich der Energie- und Wärmeversorgung für Unternehmen oder Privathaushalte mit sich. Sie soll vielmehr informieren, welche treibhausgasneutrale Energiequelle perspektivisch im jeweiligen Gemeindegebiet am besten verfügbar sein wird. Vorschriften zur Heizungssanierung ergeben sich aus dem Gebäudeenergiegesetz.

Was beinhaltet die kommunale Wärmeplanung?

Bei der kommunalen Wärmeplanung wird die gesamte Wärmeversorgung der Stadt Deggendorf erfasst und ein Plan entwickelt, wie diese zukünftig fossilfrei gestaltet werden kann. Die Stadt wird dabei in einzelne Gebiete aufgeteilt. Für die Teilgebiete wird jeweils aufgezeigt, wie eine klimafreundlichen Wärmeversorgung aussehen könnte.

Dazu wird die Planung in vier Schritte unterteilt:

Schritt 1: Bestandsanalyse

Die Bestandanalyse besteht aus der Erfassung der Gebäude des Stadtgebietes mit der jeweiligen Wärmeversorgung. Außerdem wird der jährliche Energieverbrauch und die Treibhausgasemissionen der aktuellen Wärmeversorgung ermittelt.

Schritt 2: Potenzialanalyse

Im nächsten Schritt werden die Möglichkeiten für eine klimafreundliche Wärmeversorgung untersucht. Dazu gehören erneuerbare Energien wie Erdwärme aus Geothermieanlagen oder Solarthermie, die Sonnenenergie in Wärme umwandelt. Auch unvermeidbare Abwärme aus Industrie oder anderen Quellen und Sanierungspotenziale werden in die Analyse einbezogen.

Schritt 3: Ziel-Szenario

Auf Basis der Analyse wird ein Szenario entwickelt, das den zukünftigen Wärmebedarf der Stadt beschreibt und aufzeigt, wie dieser mit erneuerbaren Energiequellen gedeckt werden kann.

Schritt 4: konkrete Strategieentwicklung

Abschließend wird eine konkrete Strategie erarbeitet, um den Wärmebedarf zu senken und eine klimaneutrale Wärmeversorgung für Deggendorf zu ermöglichen.

 

Wann wird die kommunale Wärmeplanung der Stadt Deggendorf voraussichtlich vorliegen?

Die Bearbeitungsdauer der Wärmeplanung liegt bei einem Jahr. Mit einer Veröffentlichung ist voraussichtlich im Frühjahr 2026 zu rechnen.

 

Warum gibt es die kommunale Wärmeplanung?

Die Wärmeversorgung in Deutschland soll bis zum Jahr 2045 weitestgehend Klimaneutral erfolgen. Hierfür müssen die Gebäude ohne fossile Energieträger beheizt werden. Wie die Umstellung erfolgen kann, wird mit der kommunalen Wärmeplanung (KWP) als strategischem Planungsinstrument aufgezeigt. Grundlage für die Erarbeitung der KWP ist das Wärmeplanungsgesetz.

Die Wärmewende ist einer der wichtigsten Bausteine der Energiewende. Diese ist jedoch in der Vergangenheit im Vergleich mit den Sektoren Strom und Verkehr wenig beachtet worden. In der Stadt Deggendorf entfallen rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs auf den Wärmesektor. Aktuell wird dieser Verbrauch im Stadtgebiet Deggendorf zu knapp 80 Prozent von fossilen Energieträgern wie Gas und Öl gedeckt. Dieser hohe Anteil an fossilen Energieträgern führt nicht nur zu einem großen CO2-Ausstoß, sondern macht die Abnehmer auch anfällig für starke Preisschwankungen bei den aus dem Ausland bezogenen fossilen Brennstoffen.

Die kommunale Wärmeplanung soll helfen, den kosteneffizientesten und praktikabelsten Weg zu einer klimafreundlichen und langfristig nachhaltigen Wärmeversorgung vor Ort zu ermitteln.

 

Was steht im Wärmeplanungsgesetz?

Das Wärmeplanungsgesetz enthält unter anderem Vorgaben für die Erstellung eines Wärmeplans.

Ein Wärmeplan muss erstellt werden…

.. bis Juni 2026: bei Gebieten mit mehr als 100.000 Einwohner*innen

.. bis zum 30. Juni 2028: bei Gebieten mit weniger als 100.000 Einwohner*innen (entspricht der Stadt Deggendorf)

 

Welche Vorteile hat eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung für die Lebensqualität?

Eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung führt zu einer verbesserten Luftqualität, weniger Umweltverschmutzung sowie geringere Lärmbelastung. Die Energieversorgung wird den lokalen Gegebenheiten angepasst, was die Autarkie und Unabhängigkeit in der Energieversorgung (weg vom Import von unsicheren fossilen Energieträgern) einer Region stärkt. Die lokale Wirtschaft wird gefördert und dadurch der Lebensstandard erhöht.

 

Wird die kommunale Wärmeplanung in Deggendorf gefördert?

Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung in einem Projektzeitraum von 12 Monaten wird in der Stadt Deggendorf mit Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfond des Bundes im Rahmen der Kommunalrichtlinie bezuschusst: „KSI: Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Deggendorf“, Förderkennzeichen: 67K27578.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. Weitere Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative finden Sie unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie

Wer ist in Deggendorf verantwortlich für die kommunale Wärmeplanung?

In der Stadt Deggendorf ist zentraler Ansprechpartner das Stadtplanungsamt, erreichbar unter 0991/2960-416 oder unter stadtplanung@deggendorf.de Unterstützend steht die Energieagentur Regensburg bei Fragen zur Verfügung unter 0941/2984491-33 oder unter laumbacher@energieagentur-regensburg.de

 

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