Kommunale Wärmeplanung
Vorstellung der Ergebnisse
Karte von Deggendorf mit orange umrandetem Stadtgebiet und farbig markierten Flächen in Orange, Grün und Schraffur
Kartenausschnitt Stadtgebiet Deggendorf mit Darstellung unterschiedlicher Wärmeversorgungsvarianten für einzelne Teilbereiche

👉 Den vollständigen Abschlussbericht zur kommunalen Wärmeplanung finden Sie hier.
👉 Hier finden Sie die Ergebnispräsentation vom Klima- und Nachhaltigkeitsausschuss vom 18.03.2026


Zentrale Ergebnisse der Wärmeplanung

Die Analyse zeigt deutlich:

– Rund 70 % der Heizungen im Stadtgebiet Deggendorf werden aktuell noch mit Öl oder Gas betrieben.
– Ein Großteil der Gebäude wurde vor 1983 erbaut. Das energetische Sanierungspotenzial im Bestand ist also erheblich.
– Viele Heizungsanlagen sind älter als 20 Jahre und müssen in den kommenden Jahren ohnehin erneuert werden.
– Erneuerbare Energien und Fernwärme spielen bisher nur eine geringe Rolle.
– Das Gasnetz ist nahezu flächendeckend vorhanden, während Wärmenetze bisher nur punktuell existieren.

👍 Vielen Dank an alle Bürgerinnen, Bürger und Unternehmen, die sich an der Bestandsdatenerfassung persönlich oder per Fragebogen beteiligt haben!

Für die Zukunft bedeutet das:

– Fossile Heizungen sollen schrittweise durch klimafreundliche Lösungen ersetzt werden.
– Der Wärmebedarf soll durch Effizienzmaßnahmen sinken.
– In vielen Gebieten werden dezentrale Wärmeerzeuger die wichtigste Lösung sein.
– Wärmenetze sind vor allem in dichten bebauten Bereichen sinnvoll.

Eine mögliche Nutzung von Wasserstoff wurde zwar diskutiert, ist für Deggendorf aber frühestens ab etwa 2035–2040 realistisch und derzeit noch zu unsicher um berücksichtigt zu werden.

Was ist das Ziel der kommunalen Wärmeplanung (KWP)?

Städte und Gemeinden in Bayern sind verpflichtet, einen Plan für eine klimafreundliche Wärmeversorgung zu erstellen. Ziel ist es, den Weg zu einer klimaneutralen Wärmeversorgung bis zum Jahr 2045 aufzuzeigen. In Deggendorf wurde die KWP gemeinsam mit der Energieagentur Regensburg e.V. erstellt und die Ergebnisse im März 2026 öffentlich vorgestellt.

Was bedeutet das für Bürgerinnen und Bürger?

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategisches Konzept, keine fertige Planung.

Das bedeutet konkret:

– Es gibt keine neuen direkten Verpflichtungen durch die Wärmeplanung selbst.
– Es besteht kein Anspruch auf eine bestimmte Wärmeversorgung in einem Gebiet.
– Auch wenn ein Wärmenetz vorgeschlagen wird, ist nicht garantiert, dass es tatsächlich umgesetzt wird oder ein Anschluss möglich ist.
– Die gesetzlichen Vorgaben für Heizungen richten sich weiterhin nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG).

Die Wärmeplanung hilft der Stadt vor allem dabei, langfristige Entwicklungen besser einzuschätzen und zukünftige Entscheidungen vorzubereiten.

Hinweis zum Heizungstausch

Wenn bei Ihnen ein Heizungstausch ansteht oder in den nächsten Jahren geplant ist, sollten Sie Folgendes beachten:

– Die Ergebnisse der Wärmeplanung sind keine verbindliche Ausbauzusage für Wärmenetze oder andere Versorgungsformen.
– In den meisten Fällen ist es daher nicht sinnvoll, auf mögliche zukünftige Lösungen zu warten.
– Stattdessen empfiehlt es sich, bereits jetzt auf erneuerbare Heizsysteme umzusteigen.

Ein früher Umstieg hat mehrere Vorteile:

– Sie leisten einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz
– Sie machen sich unabhängiger von fossilen Energieträgern
– Sie können aktuell von staatlichen Förderprogrammen profitieren (z. B. Bundesförderung für effiziente Gebäude – BEG)

Beratung und weitere Informationen

Eine individuelle Beratung hilft dabei, die passende Lösung für Ihr Gebäude zu finden.

👉 Wenn Sie sich näher informieren oder beraten lassen möchten, finden Sie hier weitere Informationen: https://www.deggendorf.de/leben/umwelt-natur/klima-energie/energieberatung

Wie geht es weiter?

Die Wärmeplanung dient als Grundlage für zukünftige Entscheidungen der Stadt, zum Beispiel:

– in der Bauleitplanung-
– bei der Entwicklung konkreter Projekte
– durch Informations- und Beratungsangebote

Die Umstellung auf eine klimafreundliche Wärmeversorgung ist ein langfristiger Prozess, der viele Bereiche betrifft – von Technik über Wirtschaft bis hin zum Alltag der Menschen.

Die Stadt wird die Entwicklung regelmäßig überprüfen und die Fortschritte dokumentieren.

👉 Hier finden Sie Antworten auf häufige Fragen zur kommunalen Wärmeplanung!

Förderhinweis

Die Erstellung der kommunalen Wärmeplanung wurde in der Stadt Deggendorf mit Mitteln aus dem Klima- und Transformationsfond des Bundes im Rahmen der Kommunalrichtlinie bezuschusst: „KSI: Erstellung einer kommunalen Wärmeplanung für die Stadt Deggendorf“, Förderkennzeichen: 67K27578, Projektlaufzeit: 05/2024 – 03/2026.

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen. Weitere Informationen zur Nationalen Klimaschutzinitiative finden Sie unter www.klimaschutz.de/kommunalrichtlinie

Ansprechpartner

Die Stadtplanung ist erreichbar unter 0991/2960-4199 oder unter stadtplanung@deggendorf.de

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