
VorlesenSchriftgröße
Die ersten Sonnenstrahlen ragten über den Horizont und die See war noch ruhig, als sich die Besatzung des Tenders Donau am frühen Morgen klar gemacht hatte. Auf der Brücke, der Kommandant, Korvettenkapitän Stefan Huber: „Northern Coasts 2025 hat begonnen. Vor uns liegt eine herausfordernde Zeit auf See“, so Huber in seiner Morgendurchsage zum Beginn des Manövers. Mit dieser internationalen Großübung begann für die Crew des Deggendorfer Patenschiffes eine intensive Trainingsphase.
Gleichzeitig blickt die Besatzung mit Stolz auf das Erlebte zurück – und auf eine traditionsreiche Verbindung: Seit 1964 besteht die Patenschaft zwischen der Donau und der Stadt Deggendorf. Anlass genug, um einen Rückblick auf die diesjährigen Erlebnisse mit der Marineeinheit zu werfen.
So waren Teile der Besatzung noch im Juli dieses Jahres zu Gast auf dem Donaufest, und bereits wenige Wochen später stechen sie wieder in See und operieren in einem Verband mit mehreren internationalen Minenabwehreinheiten.
„Mit diesem Manöver haben wir die Einsatzbereitschaft durch praxisnahe Ausbildung stärken können“, so Huber weiter. „Trainiert wurde u.a. die Luftverteidigung, die Abwehr von sich nähernden Speedbooten, das Minenlegen oder seemännische Manöver mit unseren Bündnispartnern. Und die Donau ist als Logistikplattform mittendrin. Damit setzen wir ein deutliches Zeichen unserer militärischen Leistungsfähigkeit in der strategisch bedeutenden Ostseeregion“, so der Kommandant weiter.
Bis zum 12. September hat die Besatzung intensiv in der Ostsee trainiert, ehe es in Kürze zu einem weiteren Manöver nach Norwegen geht. Viel Zeit zur Erholung bleibt also nicht. „Umso mehr freuen wir uns bereits jetzt auf ein nächstes Wiedersehen zwischen der Besatzung des Tenders Donau und unserer Patenstadt Deggendorf“, so der Kommandant abschließend mit etwas Wehmut, denn er wird im November das Kommando über den Tender Donau abgeben.
Northern Coasts war ein Teil der umfangreichen Übungsserie Quadriga 25. Während der Übung wurde der strategische Seetransport über die Ostsee nach Litauen geübt. Geführt wurde das Manöver durch den Commander Task Force Baltic (CTF Baltic), den deutschen Konteradmiral Stephan Haisch. Das Spektrum dieses Übungsvorhabens umfasste sowohl die Räumung von Minen, als auch den Schutz vor gegnerischen Schiffen, U-Booten und Flugzeugen.
An dem Manöver nahmen neben Deutschland die Ostseeanrainerstaaten Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Estland, Lettland und Litauen sowie Frankreich, Großbritannien, USA, Belgien, Niederlande und Kanada teil. Northern Coasts wurde erstmals 2007 von der Deutschen Marine initiiert und findet jährlich statt. Insgesamt waren in diesem Jahr ca. 8.400 Soldatinnen und Soldaten auf rund 40 Einheiten beteiligt.




