Beschlüsse
Klima- und Nachhaltigkeitsausschuss 12.01.2022
Ausbau der E-Ladesäulen-Infrastruktur

Am 12.01.2022 kam der Deggendorfer Klima- und Nachhaltigkeitsausschuss zu seiner 1. Sitzung des Jahres zusammen. Hier die wichtigsten Entscheidungen im Überblick:

Modellvorhaben „Klimagerechter Städtebau“ Ziel des Modellvorhabens des Freistaats Bayern, für das sich die Stadt Deggendorf erfolgreich beworben hat, ist es, die Aspekte des Klimaschutzes und der Klimaanpassung möglichst frühzeitig bei Planungsentscheidungen zu berücksichtigen. Klimaanpassung ist daher als Bestandteil einer integrierten Stadtentwicklung anzusehen, die auch Synergien und Konflikte mit anderen Herausforderungen – wie dem Klimaschutz oder dem demografischen Wandel – im Blick behält. Die Durchführung des Modellvorhabens erfolgt in zwei Schritten. Im ersten Schritt wurde die vorhandene Situation vor Ort aufgenommen und bewertet. Im nun folgenden zweiten Schritt des Modellvorhabens sollen die gewonnenen Erkenntnisse und Informationen in ein räumliches Klimaanpassungskonzept münden. Bestehende oder parallel in der Erarbeitung befindliche städtische Planungen wie der Flächennutzungsplan, der Verkehrsentwicklungsplan oder das Strukturkonzept „Innen entwickeln – Charakter Deggendorfs erhalten“ sollen dabei mit betrachtet werden, um Klimaanpassungskriterien in diese Planwerke einarbeiten zu können. Es werden Handlungs- und Überprüfungskriterien, Maßnahmenpläne und eine bedarfsgerechte Umsetzungsstrategie entwickelt. Diese Phase schließt auch eine Bürgerbeteiligung in geeigneter und pandemiegerechter Form ein. Auch das ergänzend beauftragte Simulationsmodell für Starkregenereignisse für das Stadtgebiet Deggendorf wird im Rahmen dieser zweiten Projektphase erarbeitet. Die mit der Erarbeitung des Klimaanpassungskonzeptes beauftragten Büros stellten die Ergebnisse der Bestandserhebung und die aus einer umfangreichen Auswertung von Wetter- und Satellitendaten für das Stadtgebiet Deggendorf gewonnene Daten zu Klimawandelauswirkungen im Stadtgebiet vor. Dieser Zwischenbericht zum Klimaanpassungskonzept für die Stadt Deggendorf im Modellvorhaben „Klimagerechter Städtebau“ wurde zur Kenntnis genommen.

Ausbau der E-Ladesäulen-Infrastruktur Die CSU-Stadtratsfraktion beantragte, die Verwaltung gemeinsam mit der Stadtwerke Deggendorf GmbH und der Stadtparken Deggendorf GmbH zu beauftragen, ein Konzept für den Ausbau der E-Mobilität, insbesondere von (Schnell-)Ladesäulen im Stadtgebiet und den städtischen Tiefgaragen und Parkhäusern zu erarbeiten. Die Stadt Deggendorf hat hier bereits erste Schritte unternommen und eine erste öffentliche Ladeinfrastruktur installiert. Ein weiterer umfangreicher Ausbau muss sowohl die Entwicklung der Nutzung von E-Fahrzeugen als auch die bestehende technische Netzinfrastruktur mit betrachten. Deshalb wurde die Verwaltung beauftragt, die bestehenden Konzepte zum Ausbau der öffentlichen E-Ladesäulen-Infrastruktur in Zusammenarbeit mit der Stadtwerke Deggendorf GmbH und der Stadtparken Deggendorf GmbH weiter auszuarbeiten und den zuständigen Gremien zur Entscheidung vorzulegen.

Kommunales Energieeffizienz-Netzwerk Südostbayern 2018 ist die Stadt Deggendorf gemeinsam mit der Stadtwerke Deggendorf GmbH dem kommunalen Energieeffizienz-Netzwerk Südostbayern beigetreten, um Themen der Energieeffizienz voranzubringen und weitere Beiträge zum Umwelt- und Klimaschutz zu leisten. Nachdem im Oktober 2021 die dreijährige Projektlaufzeit endete, beabsichtigt die Stadt Deggendorf sich wieder gemeinsam mit der Stadtwerke Deggendorf GmbH an einem Anschlussnetzwerk zu beteiligen, welches sich aktuell in der Gründungsphase befindet. Der Ausschuss nahm den Sachstandsbericht zur Netzwerkarbeit zur Kenntnis.

Priorisierung des Rohstoffs Holz als Standardbaustoff Die Stadtratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen hat den Antrag gestellt, dass künftig bei allen Bauvorhaben der Stadt Deggendorf der Rohstoff Holz als Standardbaustoff zu priorisieren ist. Dies soll bei allen Ausschreibungen Berücksichtigung finden. Falls eine Ausführung in Holzbauweise nicht möglich sein sollte, ist dies ausreichend zu begründen. In der Bauverwaltung wird bei der Projektierung von Baumaßnahmen der Ansatz vertreten, dass eine vernetzte Betrachtungsweise entscheidend ist. Nachhaltiges Bauen bedeutet, jedes Bauwerk ganzheitlich zu betrachten. Je nach Art, Nutzung oder Standort des Gebäudes ergeben sich unterschiedliche Anforderungen an die verwendeten Bauprodukte; jedes einzelne beeinflusst die ökologische Qualität des gesamten Bauwerks. Deshalb können die Umweltwirkungen einzelner Bauprodukte erst im Gebäudekontext beurteilt werden. Der Antrag wurde mit zwei Gegenstimmen abgelehnt. Die Auswahl der Baustoffe wird im Rahmen der Einzelprojektierung unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte – auch des Klimaschutzes – vollzogen.

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