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Wenn Kaya den Raum betritt, wird es ruhiger. Die braunen Augen der freundlichen Hündin blicken neugierig in die Runde, ihre Rute wedelt sanft und plötzlich verändert sich die Stimmung. Die Jugendlichen im Deggendorfer Jugendcenter 4You wissen: Jetzt ist Kaya-Zeit. Die ausgebildete Therapiehündin ist regelmäßig zu Gast im 4You – und das mit großem Erfolg. Zusammen mit ihrer Halterin Kate Benz, ausgebildete Fachkraft für tiergestützte Pädagogik, unterstützt sie die offene Jugendarbeit der Einrichtung. „Kaya ist ein echter Türöffner“, sagt eine Mitarbeiterin des 4You. „Sie bringt Ruhe in Gruppen, baut Brücken zu Jugendlichen, die sonst eher verschlossen sind, und schafft eine Atmosphäre, in der Vertrauen entstehen kann.“ Gerade für junge Menschen, die in schwierigen Lebenssituationen stecken, ist der Kontakt zu einem Tier wie Kaya oft ein erster Schritt, sich wieder zu öffnen. Die freundliche Hündin wertet nicht, stellt keine Fragen, hört einfach zu auf ihre ganz eigene Art. „Viele Jugendliche erzählen Kaya Dinge, die sie einem Erwachsenen nie sagen würden“, erklärt die Pädagogin. „In diesen Momenten entstehen oft sehr wertvolle Gespräche.“ Ob beim gemeinsamen Spaziergang, beim Spielen oder einfach nur beim Streicheln – Kaya ist immer präsent, aufmerksam und sensibel. Sie spürt Spannungen, beruhigt bei Unruhe und vermittelt Geborgenheit. Für viele ist sie mehr als nur ein Tier: ein verlässlicher Begleiter, Seelentröster und Freund. Das 4You hat sich mit dem regelmäßigen Einsatz von Kaya ein innovatives Angebot geschaffen, das zunehmend Anklang findet – ein Projekt mit Zukunft. Neben offenen Besuchszeiten mit der Hündin gibt es auch spezielle tiergestützte Gruppenangebote. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. In einer Welt, in der viele junge Menschen unter Leistungsdruck, sozialen Herausforderungen und psychischem Stress leiden, ist Kaya ein kleiner Lichtblick. Ihre bloße Anwesenheit schenkt Ruhe, Nähe und Trost – und das ganz ohne Worte.
Wer Kaya einmal erlebt hat, vergisst sie nicht so schnell. Und wer das Glück hat, regelmäßig mit ihr Zeit zu verbringen, darf sich glücklich schätzen. Denn manchmal braucht es nur eine kalte Hundenase und ein sanftes Schwanzwedeln, um die Welt ein kleines Stück besser zu machen.




