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WO „Demokratie Leben!“ draufsteht, ist Demokratie drin
Deggendorfer Bündnis bewilligt zehn weitere Projekte
Text von Stadt Deggendorf|Foto von Stadt Deggendorf|Stand: 29.07.2025 10:32 Uhr|Lesedauer: 2 Minuten
Der Workshop „mitdenken und mitreden“ fördert durch den partizipatorischen Ansatz demokratische Selbstwirksamkeit und soziale Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern

Bündnis-Vorsitzende Yvonne Pletl-Schäfer und Koordinatorin Ursula Keßler haben am Dienstagabend Anträge für zehn zivilgesellschaftliche Projekte vorgestellt und dem fünfzehnköpfigen „Demokratie leben!“-Entscheidungsgremium zur Abstimmung vorgelegt. Alle Anträge wurden ohne Gegenstimmen bei einigen Enthaltungen beschlossen. Sieben Projekte sind Teil der „Wochen der Begegnung“ im Herbst, drei Projekte finden noch vor den Sommerschulferien oder zum anschließenden Schuljahresstart statt. Insgesamt ging es im kleinen Sitzungssaal des Neuen Rathauses um eine Fördersumme von knapp 14.000 Euro.

 

„Mitdenken, mitbewegen“ – so lautet der Titel eines viertägigen theaterpädagogischen Workshops, der für vier Klassen zu demokratierelevanten Themen an der Mittelschule Sankt Martin Ende Juli stattfindet. Die Unterrichtseinheit besteht aus mehreren eigens für die Mittelschule Sankt Martin erstellten Mini-Dramen, um zielgerichtet demokratische Werte und soziale Kompetenzen zu fördern. Durch das Spiel und die Auseinandersetzung mit verschiedenen Rollen und Geschichten können die jungen Schülerinnen und Schüler Empathie, Teamfähigkeit und Kommunikationskompetenz entwickeln. Antragsteller ist der schulische Förderverein. Ebenfalls Ende Juli besucht die 4. Klasse der Theodor-Eckert-Grundschule die Straubinger Synagoge. Die Fahrt ergänzt anschaulich den Unterrichtsblock Weltreligionen und wurde vom Schulförderverein beantragt.

 

Ende September zum Weltkindertag veranstaltet der Kinderschutzbund gemeinsam mit dem Förderverein Sankt Martin ein interkulturelles Frühstück, zu dem die Kinder und Eltern der ersten Klassen eingeladen werden. Migrantische und einheimische Eltern und Kinder sollen von Anfang an Gelegenheit bekommen, sich in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen. Das fördere das gegenseitige Verständnis, unterstützt die Integration und legt eine wichtige Grundlage für das Zusammenleben im Schulalltag, heißt es im Projektantrag.

 

„Beweg etwas!“ – dazu ruft der „Tanzflashmob für Toleranz und Vielfalt“ am 30. September auf dem Oberen Stadtplatz. Das inzwischen traditionelle Event wird zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Christian Moser die diesjährigen Wochen der Begegnung eröffnen. Um zu zeigen, wie ein buntes Miteinander aussehen kann, sind Jung und Alt, Frauen und Männer, Einheimische und Zugezogene eingeladen, für ein paar Minuten zum Stadtplatz zu kommen. Auf der Bühne

präsentieren Kinder und Jugendliche des Interkulturellen Vereins Mostik sowohl heimische als auch  internationale Tänze. Anschließend laden Tanztrainerinnen alle Interessierten zum gemeinsamen Tanzen ein. Kooperationspartner sind die Grundschule Sankt Martin und das Jugendcenter 4You.

 

Weitere Veranstaltungen im Rahmen der Wochen der Begegnung sind Mitte Oktober eine interkulturelle Lesung mit Musik zum Thema Menschenrechte in der Stadtbibliothek, organisiert von der Deggendorfer Amnesty-International-Gruppe, und ein am selben Ort sich anschließendes internationales Buffet des VdK-Sprachstammtisches. Hier können Köchinnen und Köche dieses Begegnungsbuffets mit Deggendorfer Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch kommen.

 

Ende Oktober gestalten Schülerinnen und Schüler der Arbeitsgruppe „Schule ohne Rassismus“ an der Staatlichen Wirtschaftsschule unter Anleitung einer Kunsttherapeutin auf einer großen Leinwand einen „Wald der Demokratie“.

Ebenfalls Ende Oktober führt der Deggendorfer Verein Donum Vitae zwei Workshops und einen Fachvortrag unter dem Titel „Vielfalt erleben – Demokratie stärken“ zu Interkulturalität, Diversität und Antidiskriminierung durch. Die Katholische Erwachsenenbildung (KEB) organisiert im Kolpingsaal den Vortrag „Die Allianz des Misstrauens – Verschwörungsglaube und rechte Esoterik in Krisenzeiten“ mit Referent Dr. Matthias Pöhlmann, landeskirchlicher Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und Lehrbeauftragter für Religionswissenschaft und Religionsgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München.

 

Im November bietet die Volkshochschule den Workshop „Streitförderer“ des Wertebündnisses Bayern zum Thema Konfliktlösung und Streitkultur an. Demokratie sei als Wettstreit von Ideen, Standpunkten und Visionen zu verstehen. Für diesen Wettstreit brauche es faire, von gegenseitigem Respekt geprägte Regeln. „Streit auf Augenhöhe kann Spaß machen und zur Brücke werden, die gesellschaftliche Gräben überwindet“, heißt es im Projektantrag.

 

Von den etwa 50.000 Euro Fördergeldern, die „Demokratie leben!“ heuer für Projekte insgesamt zur Verfügung stellt, sind bis zum Jahresende noch gut 15.000 Euro zu vergeben. Einrichtungen, Vereinen oder Initiativen, die an einer Antragstellung interessiert sind, hilft die Externe Koordinierungsstelle gerne bei Projektentwicklung und formeller Abwicklung. Die nächste Antragsfrist endet am 17. September, Kontakt: u.kessler@dl-deggendorf.de.

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